Petra Ganglbauer: Permafrost

Permafrost ist der Versuch, das globale Dräuen, jene durch nichts einzuschätzende Qualität, die das Leben auf dem Planeten Erde spezifiziert, zu literarisieren. Der Prosaband setzt sich mit potenziellen Bedrohungen, der Unvorhersehbarkeit von Ereignissen, dem menschlichen Kontrollzwang, Ängsten und Selbstüberschätzung, aber auch dem Hang zu Endzeitprophezeiungen auseinander. Ausgelotet werden Empfindungsräume, die sich unter der hauchdünnen Zivilisationsschicht befinden. Behandelt der erste Teil des Buches eine gewissermaßen apokalyptische Schau auf die Wirklichkeit, so setzt sich im zweiten Teil des Buchs eine im Alltag rückgebundene Schönheit durch. Wie stets in der Arbeit der Autorin, werden unterschiedliche sprachliche Qualitäten und Stimmführungen angewandt.

Textprobe:
Druckwellen aus Schmerz und Gewalt schieben den letzten Vorhang beiseite: Die Luft wird auseinander getrieben wie nichts, wie Feder, wie Fliegengewicht.
Die Katastrophen sind Simulationen, scharrende Studien für den Ernstfall. Noch sitzen wir hinter der Wirklichkeit. Unsere Augen berühren die Bildschirme, den Geschichtenerzählerteppich. Unser Netz aus Sagen! Die Sprache trifft keine Schuld. Später wird alles durch Gesten ersetzt. Wie schrecklich, wie leeres Blatt. Wer hätte uns gewarnt?

Petra Ganglbauer
PERMAFROST
Prosa
Herbst 2011
140 Seiten / 118x183
ISBN 978-3-9502828-8-7
Preis: EUR 19,80

Erschienen im Mitterverlag

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