Leere SKE-Kassen

Liebe Verbands-Kolleginnen und -Kollegen!

Die SKE-Fonds in den Verwertungsgesellschaften wurden bisher erfolgreich von Amazon bekämpft, es könnte sein, dass Amazon sie mit seinen rechtlichen Begründungen zur Verweigerung der Zahlungen, zu denen Amazon gesetzlich verpflichtet ist, zu Fall bringt. Das würde bedeuten, alle bisherigen Unterstützungsleistungen aus SKE-Fonds entfallen und es müssten auch noch zahlreiche Jahre an andere Zahlungspflichtige zurückerstattet werden.

Es ist dringend notwendig, auf diese bevorstehende Katastrophe aufmerksam zu machen. Das geschieht derzeit in zweierlei Form, 1. kann eine Petition (http://www.musikergilde.at/de/petitionen/petition/5.html) persönlich unterschrieben werden und 2. soll die untenstehende "Gratulationsschrift" von möglichst vielen Kunst- und Kulturverbänden unterzeichnet werden, inkl. einer für die Unterzeichnung verantwortlichen Person,

darum ersuchen wir sehr herzlich,
Gerhard Ruiss, Peter Paul Skrepek

Antworten bitte an mich: gr@literaturhaus.at

 

Bravo, Amazon!
Öffentliches Gratulationsschreiben österreichischer Kunst- und Kulturverbände

Wien (11. Oktober 2016) – Unseren herzlichen Glückwunsch, lieber Buch- und Musikalienhändler Amazon! Mit einem simplen wie raffinierten Schachzug ist es Dir in Deinem unermüdlichen Streben nach Verbesserungen im Kunst- und Kulturbereich gelungen, die Kunstförderung in Österreich zu Fall zu bringen. 

Diese Förderung bestand bisher aus zwei Säulen: 

1. Finanzierung durch Subventionen von Bund, Ländern und Gemeinden; 
2. Unterstützungen von Verwertungsgesellschaften aus der Vergütung für die Privatkopie [SKE – Soziale und kulturelle Einrichtungen].

Die SKE-Fonds sind durch die gerichtliche (!) Anerkennung frei erfundener Einwände von Amazon gegen eine Klage auf Zahlung durch die Austro Mechana leer. Das noch vorhandene restliche Geld besteht nur noch auf dem Papier, es ist keinen Cent mehr wert. Förderungen sozialer und kultureller Art sind nicht mehr nur gefährdet. Sie mußten bereits eingestellt werden. Zur Gänze.

Ein Standbein ist amputiert worden. Das zweite muß das ganze Gewicht alleine tragen. Auf der Strecke bleiben Tausende Antragstellerinnen und Antragsteller von Kleinsubventionen in Betragshöhen von 1.000 bis 3.000 Euro. Künstlerische Projekte, die sich nur teilweise selbst finanzieren können, wurden bereits abgewürgt. Soziale Unterstützungen können nicht mehr ausbezahlt werden.

Danke, Amazon, für diesen für Amazon kleinen und für uns großen Schritt zur Beseitigung der in Österreich bestehenden Kunst und Kulturförderungsmaßnahmen.  

Gerhard Ruiss, IG Autorinnen Autoren
Peter Paul Skrepek, Musikergilde, Gewerkschaft-Musik
Bruno Strobl, Internationale Gesellschaft für Neue Musik, IGNM-Österreich
Richard Graf, Österreichische Gesellschaft f. Zeitgenössische Musik-ÖGZM

 

 

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